Epilog
Letzte Weihnachten in Oberhausen
1997. Am ersten Weihnachtstag kamen nachmittags Angelika und Olaf mit ihrem sechjährigen Sohn Hauke zu Besuch. Fasia, Anna und Lore trafen sich zum Essen in Ellens Wohnung. Fasia war schwach und hatte Zahnschmerzen, die ersten in ihrem Leben. Am folgenden Tag wurden sie unerträglich. Ein Zahnarzt musste unverrichteter Dinge gehen: Als Marcumar-Patientin durfte er sie nicht behandeln. So kam sie wieder in die Herzklinik Meiderich.
Lore verbrachte die erste Nacht mit ihr und erlebte, wie Fasia den Kontakt mit der Außenwelt einstellte und sich in ihr Inneres zurückzog. Am 28. Dezember wurde sie in die Intensivstation verlegt. Anna und Lore fanden sie dort, an Tropf und Geräten angeschlossen, unruhig, die Hände festgebunden. Sie durften die Bänder an den Händen öffnen, wenn Fasia nicht allein bleiben würde. Und wieder begannen die Freundinnen, sich bei Fasia abzulösen. In jener Nacht waren Lore, dann Hilde und gegen fünf Uhr morgens wieder Anna bei ihr. Als Entwarnung hieß es, Fasia sei nun ruhig. Aber das Atmen fiel ihr schwer. Gegen sechs kehrte die Unruhe zurück. Die Morgen- schicht schickte Anna um sieben hinaus. Nach wenigen Minuten erreichte sie ein Ruf. Im Krankenzimmer stieß sie auf fassungslose Schwestern: Wir haben ihr das Hemd angezogen, da hatte sie einen Kreislaufstillstand. Fasia war tot.
Alle - die Freundinnen, die ganze Familie Althoff - waren sich einig, dass Fasia mit in der Grabstätte von Vater Jan beerdigt werden sollte.
Über tausend Menschen nehmen Abschied von ihr.
Aus: Marina Achenbach: FASIA geliebte Rebellin
Fasias Ruhestätte